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Letzten Monat sah ich endlich den Film „No Impact Man“. Es war eine dieser Situationen, bei denen du nicht weißt, ob du laut lachen oder aus Verzweiflung schreien sollst. Der Teil, der mich am meisten störte, war sein Verzicht auf Strom. Hat der Typ noch nie gehört, dass man heutzutage Ökostrom – Strom aus erneuerbaren Energien (Wasserkraft, Wind, Solar, etc.) – beziehen kann und so keine CO2-Emissionen verursachen? Wäre es nicht besser gewesen, dies zu tun und dabei eine Menge Leute beizubringen, wie man Emissionen reduziert, ohne auf Komfort zu verzichten? Spätestens am Ende des Films, als er die Stromversorgung wieder herstellt, wäre der richtige Zeitpunkt zu sagen: „Ich habe wieder Strom, aber aus erneuerbaren Quellen – und das könntest auch du tun!"

Mit Strom wäre er in der Lage gewesen, mit sauberer Energie zu kochen, anstelle Methan zu verbrennen und so eine Menge CO2-Emissionen zu erzeugen. Das tat er das ganze Jahr über – aber erwähnt hat es das nicht, nicht wahr? Auch über seinen Hund hat er nichts gesagt, obwohl das Halten eines Hundes etwa die gleiche Menge an CO2-Emissionen produziert, wie einen Kleinwagen zu fahren. „No Impact“ – keine Wirkung? Mit Methan und Hund? Will er uns täuschen oder nur sich selbst?

Wir haben beim Thema Klimawandel und Umweltzerstörung den Punkt erreicht, wo es nicht mehr ausreicht, wenn nur wenige Leute alles richtig machen. Es ist viel besser, wenn die Mehrheit der Menschen wenigstens einen Teil richtig macht.

Wenn jemand, der in Deutschland lebt, seine CO2-Emissionen auf Null reduziert (was ich nicht für möglich halte, „no impact“ ist ein Witz), hat diese Person nur 12 Tonnen eingespart. Wenn jeder in Deutschland lebende Mensch nur eine Tonne CO2 reduziert, haben wir eine Reduktion von insgesamt 82 Millionen Tonnen!

Wir müssen die Menschen dazu bringen, sich umweltfreundlicher zu verhalten. Aber in einer positiven und – und ich wage es zu behaupten – unterhaltsamen Art und Weise. Menschen zu sagen, sie sollen im Dunkeln leben und kein Klopapier verwenden, bringt überhaupt nichts.

Es gibt eine Menge Dinge, die man tun kann, um die eigenen CO2-Emissionen zu verringern. (Hier finden Sie viele Tipps zur CO2-Reduktion.) Bei einigen muss man Geld ausgeben wie z.B. Glühbirnen austauschen, energieeffizientere Elektrogeräte kaufen, in eine bessere Dämmung investieren, auf Ökostrom umsteigen, ein energieeffizienteres Auto kaufen usw.

Bei anderen muss man Gewohnheiten ändern, was viel schwieriger sein kann. Zum Beispiel die eigene Ernährung umzustellen, weniger Fleisch und mehr Gemüse zu essen, kann hart sein. Aber es ist möglich und viel gesünder. Fragen Sie Ihren Arzt! Weniger Auto fahren und stattdessen Fahrrad fahren oder kurze Strecken zu Fuß gehen, wird Ihrem Körper auch sehr gut tun. Auch weitgehend saisonale Produkte zu kaufen ist nicht schwer.

CO2-Reduktion in den meisten Fällen senkt die Ausgaben und verbessert die Gesundheit! Nicht nur helfen Sie, den Planeten zu retten, sondern fühlen Sie sich besser und dazu sparen Sie eine Menge Geld. Es ist ein Kinderspiel, oder?

Warum predigen dann einige grüne Aktivisten immer wieder die calvinistische Selbstzerfleischung: „kein Fleisch, kein Strom, keine Heizung, keine Autos und keinen Spaß?“

Warum können diese Aktivisten nicht sehen, dass sie so die Menschen nur abschrecken und nichts erreichen? Sie erzielen „keine Wirkung“ („no impact“) und verändern nichts.

Kann es sein, dass sie dies nicht sehen können, weil sie im Dunkeln leben – nachdem sie das Licht ausgeschaltet haben, um CO2-Emissionen zu reduzieren?

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Certified Coolness: Cool living on a cool planet