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Kein Mensch scheint etwas gegen erneuerbare Energien zu haben. Jedoch wird immer wieder behauptet, es sei alles nicht finanzierbar. Oder die Technologien sind noch unreif. Oder die Fläche reicht nicht aus. Und weil es so sei, könne man nicht ohne Fossilbrennstoffe auskommen... Auch nicht ohne Kernkraftwerke....

Mit dem Fortschritt der Forschung und der Verbreitung der erneuerbaren Energie sinken die Investitionspreise und verbessern sich die Technologien. Jedoch bleibt die Fläche immer gleich. Ist sie ausreichend?

Der englische Wissenschafter David MacKay hat ein sehr gutes Buch geschrieben: „Sustainable Energy – without the hot air“. Das Buch hat eine eigene Website und dort kann man sogar die deutsche Übersetzung als PDF-Datei kostenlos downloaden.

MacKays Argumentation ist einfach: Erneuerbare Energien erfordern viel Landfläche, weil sie eine geringe Leistungsdichte haben. Zum Beispiel Windenergie liefert nur 2W/m2, Bioenergie noch weniger: 0,5W/m2. Die Solarenergie hat die größte Leistungsdichte und erreicht nur 5–20W/m2.

Gleichzeitig ist Europa sehr dicht bevölkert: Die Europäische Union hat eine Dichte von 115 Personen pro Quadratkilometer. Man bräuchte einen großen Teil dieser Fläche für die erneuerbare Energie. Der Mensch müsste den Raum mit den Windturbinen und den Photovoltaik-Flächen teilen.

Und das, denkt er, ist nicht machbar. Es gebe geringe Akzeptanz in der Bevölkerung für die nötigen Anlagen: Windfarmen seien hässlich, laut und verschandeln die Landschaft; Solardächer wiederum verschandeln die Städte, Müllverbrennung bergen Gesundheitsrisiken usw.

Es gibt eine Alternative: Die Fläche Dritter zu nutzen. Zum Beispiel Solarenergie in einer Wüste im Ausland zu produzieren und nach Europa zu transportieren. Dafür gibt es zum Beispiel das Projekt Desertec, worüber ich demnächst schreiben will.

MacKays Fazit: Wir haben zwar rein rechnerisch die Fläche, wollen diese aber seiner Meinung nach nicht für die erneuerbare Energien freigeben. Man muss also die Fläche anderer Ländern nutzen oder Kernkraft. Oder beides... Mir ist bis heute nicht klar, welche Alternative er bevorzugt.

Die Fläche für erneuerbare Energie aber wächst und wächst, besonders im Vorreiterland Deutschland. Laut Bericht „Erneuerbare Energien in Zahlen“ [hier Downloadlink] des Bundesministeriums für Umwelt verdoppelte sich der Anteil der erneuerbaren Energie am gesamten Endenergieverbrauch seit dem Jahr 2000 auf 9,5 %.

Jedoch liest man im selben Bericht, dass das „langfristig realisierbare, nachhaltige Nutzungspotenzial“ erneuerbarer Energien für die Strom-, Wärme- und Kraftstofferzeugung in Deutschland im Jahr 2050 bei nur ca. 60% liegt!

Warum? Zu teuer? Keine Fläche? Das wird leider nicht gesagt...

Andere sind optimistischer. Zum Beispiel die Agentur für Erneuerbare Energien e.V. – die unter anderen auch vom Bundesministerium für Umwelt unterstützt wird.

Diese Agentur hat neulich den „Potenzialatlas Deutschland für Erneuerbare Energien 2020“ veröffentlicht [hier Downloadlink]. Der Atlas zeigt, dass Deutschland „eine relativ geringe Fläche“ braucht, damit im Jahr 2020 die erneuerbare Energie einen Anteil von 28% am gesamten Endenergieverbrauch (Strom, Wärme, Verkehr) haben kann und so das Ziel der Bundesregierung (18%) weit übertreffen!

Meine Frage ist: Wie kommt man von 28% auf 100%? Ist es möglich? Reicht die Fläche aus? Müssen wir dafür unter den Windrädern schlafen? Kann man das ausrechnen?

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