cc01 cc02 cc03 cc04 cc05 cc06 cc07 cc08 cc09 cc10 cc11

Die Verbrennung von Fossilbrennstoffen ist eine der Hauptursachen für den Klimawandel. Auf fast perverse Weise werden durch die Erderwärmung neue Gebiete zur Ölförderung eröffnet – man schüttet buchstäblich mehr Öl ins Feuer. Die Eisschmelze macht Bohrungen in der Arktis möglich. Grönland wird bald zum Öl-Produzent werden.

Das müsste nicht sein! Wir haben unseren Ölverbrauch ohnehin zu reduzieren statt zu erhöhen. Und eine Ölkatastrophe in diesen Gewässern wäre für Fauna und Flora verheerend. Andererseits kann man die Versuchung für die Regierung Grönlands verstehen: Öl-Geld, wenn gut verwaltet, kann ein Land und seine Bürger reich machen. Haben traditionelle Ölproduzenten etwa ein vom Gott gegebenes Recht auf dieses Geld, nur weil sie zuerst da waren?

Wäre es nicht ein Lösung, Ländern wie Grönland Einnahmen zu ermöglichen, gerade weil sie n i c h t nach Öl bohren? „Cap & Trade“ („Deckeln & Handeln“) für Ölförderungsrechte könnte die Antwort sein. Es würde die Klimakatastrophe vermeiden helfen, den Öl-Reichtum unter allen Menschen der Erde gleichmäßig verteilen und Bohren in sensiblen Gebieten wie der Artik unnötig machen.

„Cap & Trade“ („Deckeln & Handeln“) kurz erklärt
„Cap & Trade“ ist ein sehr effektives und faires Instrument, um Umweltverschmutzung zu bekämpfen. Es wurde bereits erfolgreich beim sauren Regen und wird jetzt in der EU und in anderen Ländern für CO2-Emissionen verwendet.

Der "Cap" („Deckel“) wird bei einer bestimmten Menge festgesetzt und sinkt kontinuierlich im Laufe der Zeit, was zu einer allmählichen Reduzierung der Gesamtemissionen führt. Alle Teilnehmer kennen den Zeitplan und die Regeln weit im Voraus. Daher können sie auf einer langfristigen Basis planen und investieren. Einige Teilnehmer können sich schneller anpassen als andere und reduzieren ihre Emissionen mehr als verlangt. Sie haben „übrige“ Emissionsrechte. Andere sind langsamer und brauchen mehr Emissionsrechte als ihnen zugewiesen wurden. Hier fängt der Handel („Trade“) an: Die „übrig gebliebenen“ Emissionsrechte dürfen gehandelt werden. Die langsamen Teilnehmer gewinnen wertvolle Zeit und die schnellen Teilnehmer verdienen Geld.

Wie die Rechte verteilt werden, unterscheidet sich von System zu System. Normalerweise ist es proportional zu der Menge, die jeder Teilnehmer in der Vergangenheit produziert hat.

Cap & Trade, um die „Tragedy of the Commons“ zu vermeiden
Stellen Sie sich irgendeine Naturressource vor, die niemandem gehört, wie zum Beispiel die Fische in den Ozeanen. Jeder darf Fische fangen und keiner hat Interesse daran, dieses nachhaltig zu tun, d. h. nur so viele Fische zu fangen, wie es für die Natur verträglich ist. Denn es gibt keine Garantie, dass die anderen sich auch nachhaltig verhalten. So nimmt sich jeder so viel und so schnell wie es möglich ist _ bis kein Fisch übrig bleibt. Das nennt man auf Englisch die „Tragedy of the Commons“. Ein paar Leute profitieren, die meisten Menschen verlieren.

Vor vielen Jahren führte Neuseeland ein Quotensystem ein, um die Fischbestände zu retten. Die Quoten werden an Einzelpersonen bzw. Firmen vergeben. Nur Quote-Eigentümer dürfen in den geschützten Bereichen fischen. Und die Quoten können gehandelt werden.

Wir könnten dies eine Art „Cap & Trade“ nennen. Der Unterschied hier: die Menge („Cap“) muss nicht unbedingt jedes Jahr sinken. Sie kann sich sogar erhöhen, wenn der Fischbestand wächst. Diese Maßnahme war sehr effektiv und könnte den Zusammenbruch der Fischbestände in Neuseeland stoppen. Viele haben sich bereits erholt.

Der Fisch gehört allen Neuseelandern. Durch die Vergabe exklusiver aber zeitlich begrenzter Fischereirechte an Wenige wird das Volkseigentum für die nächsten Generationen erhalten.

Cap & Trade für Ölförderungsrechte
Erstmal muss man den weltweiten Deckel („Cap“) für die Ölförderung vereinbaren – die Höchstmenge Öl, die jährlich weltweit verkauft werden darf – und wie schnell diese Menge sinken soll. Dies sollte sich an unseren Reduktionszielen für CO2-Emissionen orientieren. Klimaforscher und Ökonomen sind die Fachleute, um die jeweilgen Mengen zu definieren.

Für mich wichtig ist die Frage, wer die Ölförderungsrechte bekommt. Ich glaube nicht, dass sie auf Grundlage von vergangenen Produktionsmengen erteilt werden sollten. Dies wäre den Ländern gegenüber nicht gerecht, die später mit der Förderung von Öl begonnen haben. Mein Vorschlag ist, die Rechte auf alle Länder der Welt proportional zu ihrer Bevölkerungszahl zu verteilen. Das würde aus jedem Erdbewohner ein Stakeholder im Ölgeschäft machen!

Der afrikanische Kontinent mit 1 Milliarden Menschen hätte eine Quote 50-mal größer als Saudi-Arabien mit nur 20 Millionen. Saudi-Arabien müsste Ölförderungsrechte von Afrika kaufen, wenn es weiterhin so viel Öl fördern wollte wie bisher.

Länder müssten nicht unbedingt Öl fördern, um ihren Anteil am Öl-Reichtum zu bekommen: sie konnten ihre Ölförderungsrechte an andere verkaufen. Und sollten sie sich doch dafür entscheiden, weil sie eigene Ölresourcen haben, müsste ein anderes Land seine Produktion verringern. Dies würde die „Tragedy of the Commons“ stoppen, die gerade unser Klima zerstört.

LANGUAGE

Certified Coolness: Cool living on a cool planet